Kulturfahrplan des Albeck-Gymnasiums Sulz

Natascha Singer, Kulturbeauftragte des AGS

1. Situationsanalyse

Das Albeck-Gymnasium bietet schon seit Jahrzehnten ein breit gefächertes kulturelles Angebot – gerade im Bereich Musik wurde mit Chören, Big Band und Orchester ein starkes Fundament gelegt, welches im vergangenen Jahr dank der Förderung durch das Programm „Lernen mit den Künsten“ wiederaufgebaut werden konnte, sodass wir für unsere Orchesterarbeit die Unterstützung der Musikhochschule Trossingen nutzen konnten.

Die Entwicklung hin zur Kulturschule nahm 2013 mit der Ausschreibung der Direktorenstelle und der Ernennung von Frau Katharina Lucke zur Schulleiterin im Jahre 2014 ihren Lauf. Kulturelle Bildungsangebote und transkulturelles Engagement wurden seither gepflegt, unterstützt und gefördert, was unter anderem an der Würdigung des transkulturellen Engagements durch Frau Dr. Susanne Eisenmann im Jahre 2020 zu erkennen ist.

Neben der musikalischen Förderung bietet das Albeck Gymnasium bereits zum jetzigen Zeitpunkt schon eine Vielzahl an unterrichtsbezogenen und außerunterrichtlichen Möglichkeiten, die kulturell-ästhetische Bildung der Schüler und Schülerinnen zu gewährleisten, Interessen und Begabungen zu fördern und die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg in der kulturell-ästhetischen Welt zu begleiten. Doch nicht nur außerhalb des Unterrichts findet kulturell-ästhetische Bildung statt. Auch in den einzelnen Fächern / Kursen finden sich feste Bestandteile oder Möglichkeiten für Projekte, die regelmäßig umgesetzt werden und zu einem ganzheitlichen Erfahren des Unterrichtsstoffes beitragen.

Bereits vorhandene Angebote am Albeck-Gymnasium Sulz in den verschiedenen Fachbereichen:

  • Theaterbesuche einzelner Klassenstufen in Kooperation mit dem Staatstheater Stuttgart und dem Landestheater Tübingen inkl. Vor-/Nachbereitung durch künstlerische Methoden, theaterpädagogische Projekte usw.
  • Deutsch-Französischer Tag als fächerverbindende Veranstaltung (Französisch und Musik)
  • Sprachworkshop mit französischen Autoren/ Künstlern
  • Vorbereitung und Durchführung deutsch-französischer Kulturabende (Musik, Kunst, Literatur und Film)
  • Latein in Kooperation mit Geschichte und Kunst: Römerkeller in Sulz, Sulz liegt an der Römerstraße, Besuch von Museen in Hechingen-Stein und Rottweil
  • Im Lateinunterricht der 7. Klasse werden zum Themengebiet „antikes Forum Romanum“ römische Bauten aus Holz nachgebaut.
  • Lateinamerikanische Kultur im Spanischunterricht: Argentinischer Folklore Workshop mit Künstlern aus Heidelberg
  • Schreibwettbewerb mit Vorstellung der Texte im Rahmen der interdisziplinären „Stardust“-Talentbörse
  • Vorlesewettbewerb in Klasse 6
  • Seit diesem Schuljahr: Theater-AG und Mitwirkung einzelner Schüler/innen im „Theaterclub Sulz“
  • Konzertpädagogik in Kooperation mit dem SWR: interdisziplinäre Erarbeitung (Musik, Tanz, Bildende Kunst, Deutsch) mit Vor- und Nachbereitung von Studiobesuchen und Konzertbesuchen
  • Opernpädagogische Angebote als verpflichtendes Element des Musikunterrichts in Klasse 8: Kooperation mit der Opernpädagogik der Staatsoper Stuttgart/ Junge Oper/ JOiN sowie opernpädagogische Zugangsweisen bei der Vor- und Nachbereitung von Opernbesuchen
  • Konzertpädagogik in der Unterstufe: Einüben von Konzertkultur durch Klassenmusizieren in den Klassen 5/6 im Rahmen eines Schulkonzertes
  • Big Band / Young Jazz Band: jährlicher Jazz-Workshop mit bekannten Künstlern und anschließendem Jazz-Konzert in der Schule (Kooperation mit SWR Big Band) und Teilnahme an Jazz-Tagen in Breisach und dem Schülerjazzfestival in HDMK Stuttgart
  • Schulchor, Gospelchor, Unterstufenchor in Kooperation mit dem SWR-Vokalensemble, dem Stuttgarter figure humaine Kammerchor e.V.  und der Bauder-Kantorei Sulz
  • Musical- und Tanz-AG mit jährlicher Musicalaufführung
  • Schulorchester: In Kooperation mit der Musikhochschule Trossingen und durch die Förderung von „Lernen mit den Künsten“ konnte das Orchester neu gegründet werden und wird seit dem Schuljahr 2021/2022 von Studierenden der Musikhochschule geleitet. Zwei neuausgebildete Musiklotsen werden das Orchester ab dem kommenden Schuljahr übernehmen.
  • Die im regulären Unterricht gestalteten Kunstwerke werden in Wechselausstellung auf allen Fluren des Schulgebäudes präsentiert und erhalten große Wertschätzung der Schulgemeinschaft. Somit wirkt das Schulgebäude lebendiger und ästhetischer.
  • Regelmäßige Wettbewerbe zu unterschiedlichen Mottos werden durchgeführt und die Gewinner werden im Rahmen einer Pausenveranstaltung gebührend geehrt.
  • Vor- und Nachbereitungen von Museumsbesuchen im Sulzer Bauernfeind-Museum als interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Kunst. Gustav (Bauerfeind: 1848 – 1904, bedeutendster Orientmaler Deutschlands)
  • Ab dem kommenden Schuljahr werden die neuen 5. Klässler einen Tag im Bauernfeindmuseum verbringen
  • Gedenkstättenbesuch Natzweiler mit Vor- und Nachbereitung, u.a. mit kreativ-gestalterischen Arbeitsaufträgen
  • Studientage im Archiv Ludwigsburg mit einer anschließenden Ausstellung im Schulgebäude zum 27.01.
  • Veranstaltungen mit Zeitzeugen
  • Arbeit im Stadtarchiv: fächerübergreifende Projekte zum Kennenlernen der Handwerks- und Industriekultur im ländlichen Raum (Flößerei, Salzgewinnung, Buntweberei)
  • Vorbereitung von Präsentationen für die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Sulzer Stadtfriedhof in Zusammenarbeit mit den Fächern Deutsch und Musik
  • Deutsch-albanische Kultur erleben: Fächerverbindende Unterrichtsprojekte in den 10. Klassen (Geschichte, Religion, Wirtschaft, Musik, Kunst,…) mit möglichem Albanien-Austausch, Bunker-Kunstprojekt Albanien, Vorbereitung und Durchführung einer interdisziplinären transkulturellen Abendveranstaltung mit Länderkunde, Musik und Tanz im Rahmen des Albanien-Projektes
  • Verbindliche Vorbereitung und Durchführung eines Lerngangs zu Sulzer Kirchen und Orgeln in Klasse 5 als Kooperation mit dem Fach Musik (Immaterielles Weltkulturerbe)
  • Unterrichtseinheiten mit Exkursionen zu Moscheen, Synagogen und Bestattungsinstituten
  • Unterrichtsmodule zur Förderung von Toleranz und gegen Rassismus
  • Im Rahmen des NwT- Unterrichts der 9. Klassen werden u.a. Farbstoffe und Pigmente hergestellt, welche zum Erstellen kleiner Kunstwerke genutzt werden
  • In Kooperation mit dem NWT-Unterricht gibt es Gitarrenbau-Workshops
  • Ebenfalls im NwT-Unterricht werden Käsepressen und Kräne entworfen und gebaut, sowie mittels 3D-Druck z.B. Schokoladenverpackungen entworfen und gedruckt
  • Als Projekt wurden in einem Basiskurs Chemie Lernvideos erstellt
  • Biologie: Bienen werden mikroskopiert und gezeichnet

Eindrücke aus den bisherigen Projekten und Unterrichtsinhalten

Unser Kulturteam

Zu Beginn des zweiten Halbjahres 2021/2022 traf sich das Kulturteam zu seiner Gründungssitzung.

Katharina Lucke (Schulleiterin), Annette Blaas (Musik), Karin Tatsch (Latein, Deutsch), Elisabeth Winkle-Blickle (Französisch, Geschichte) und Janka Lampert (Biologie, Sport) und Natascha Singer (NwT, Chemie, Deutsch), die im März 2022 zur Kulturbeauftragten ernannt wurde, bilden zusammen mit der Schülerin Felice Ullmann (KS I, KulturStarterin) das derzeitige Kulturteam des Albeck-Gymnasiums. Zudem ist anhand des breitgefächerten Angebots (s.o.) ersichtlich, dass ein großer Teil des Kollegiums mit unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Methoden vertraut ist, die einen kulturell-ästhetischen Unterricht ermöglichen. Durch Fortbildungen und enge Zusammenarbeit innerhalb der Fachschaften und fächerübergreifend soll der kulturell-ästhetische Bildungsweg noch stärker im Fachunterricht in den Fokus geraten.

Da unsere bisherige KulturStarterin bereits im Schuljahr 22/23 ihr Abitur ablegen wird, haben vom 24.-26. Oktober 2022 in Stuttgart sechs weitere Schüler:innen das erste von zwei Ausbildungmodulen als Schülermentor:innen Kulturelle Jugendbildung absolviert: Sophie Sprauer (KS1), Annalena Wegenast (KS1), Angelina Wegenast (11c), Marie Sucker (11c), Alicia Lämmle (9d), Jakob Welle (9b).

2. Visionen

Kulturell-ästhetische Bildung sollte jedem Schüler und jeder Schülerin gewährt und als Baustein zur ganzheitlichen Bildung ermöglicht werden. Sie schafft Wege, Unterrichtsinhalte aus einer anderen Sicht wahrzunehmen und zu erleben und so zugänglicher zu machen. Zudem kann durch eine solche Herangehensweise das individuelle Handeln der Kinder und Jugendlichen weiterentwickelt bzw. das soziale Miteinander gestärkt werden, sodass sich die Kinder und Jugendlichen hier frei entfalten können.

Nicht nur den Schüler-/innen wird so ein neuer Weg des Lernens und Erlebens geebnet, auch für uns Lehrer-/innen führt die Beschäftigung mit der Thematik und das Setzen neuer Impulse im Unterricht zu einer Erweiterung des Wissenshorizonts. Zudem ist für alle Beteiligten eine (weitere) Vernetzung mit Kulturschaffenden und kulturellen Einrichtungen anzustreben, was für uns Lehrer-/innen zu einer Bereicherung der Unterrichtspraxis und für die Schüle-/innen eventuell zu einem Einblick in ihre zukünftige Berufs- und Lebenswelt führt. Somit ist die kulturelle Bildung in allen Fächern und Klassenstufen erstrebenswert. Kurz könnte man unsere Vision des Miteinanders als soziales/vernetztes, ganzheitliches Lernen bezeichnen.

Um dieses zu erreichen stellen wir uns weitere Kooperationen mit Kulturschaffenden und Institutionen vor, die uns kulturell wie auch pädagogisch auf diesem Weg begleiten und uns so neue Unterrichtskonzepte ermöglichen. Ein Glücksfall für die Kulturschule Albeck-Gymnasium ist, dass  am Standort Sulz parallel im Jahre 2022 der Förderverein „Förderverein e.V. Kulturhaus Bauernfeind“ und die „StiftungKulturLabor“ gegründet wurden, die sich dem kulturellen Leben der Stadt und der Vernetzung der Schulen verpflichtet fühlen. Das Albeck-Gymnasium kooperiert mit beiden Institutionen seit Mai 2022.

1. Beispiel

Ein Beispiel für ein Vernetzung Kulturschaffender mit dem AGS wäre die Erweiterung des unter Punkt 1 „Situationsanalyse“ genannten Projektes „Lateinamerikanische Kultur im Spanischunterricht“, welches in allen 10. Klassen in Anlehnung an den Lehrplan und das eingesetzte Schulbuch stattfindet. In einem zweiteiligen Workshop geben Musiker aus Argentinien zunächst eine Einführung in die Geografie Argentiniens. Anschließend geben sie Einblicke in die argentinische Sprache, welche einige Besonderheiten im Vergleich zu dem Spanisch, welches in Spanien gesprochen wird, aufweist. Den größten Teil des Workshops nimmt die aktive Auseinandersetzung der Schüler mit der Folklore Argentiniens. Wo entstanden die unterschiedlichen Typen der Folklore und worin unterscheiden sie sich? Welche landestypischen Instrumente kommen bei der Darbietung zu Einsatz. Diesen Fragen haben sich die Schüler an diesem Tag gewidmet. Zudem üben sie zusammen mit den Musikern ein Folklore-Stück. Hierbei spielen die Schüler/-innen auf ihren eigenen Instrumenten, singen oder bedienen sich des typischen Instrumentariums der argentinischen Musik, welches von den Musikern zur Verfügung gestellt wird.

Laut einer Umfrage, welche nach einem solchen Workshop durchgeführt wurde, stellte diese Art des Lernens und Erfahrens einen wichtigen Prozess für das Verständnis einer anderen Kultur dar.

Um dieses seit 3 Jahren stattfindenden Projekt zu erweitern, könnte neben den Musikern noch ein Tänzer eingeladen werden, der die Schüler in die typischen Schritte verschiedener argentinischer Tänze einweist und anschließend zu den erarbeiteten Musikstücken einen Tanz einstudiert. Beides zusammen könnte von den Schülern z.B. im Rahmen einer „Kunst-Pause“ aufgeführt werden. Eine weitere Möglichkeit der Präsentation wäre ein multikultureller Abend, der in verschiedenen Räumen die lateinamerikanische Kultur (Ergebnisse aus dem Workshop), die albanische Kultur (rund um dem Albanienaustausch) und z.B. auch die französische oder englische Kultur präsentiert werden. Dies kann mittels Tanzes, Musik, Darstellung der Lebensweisen und landestypischen Speisen geschehen.

Durch die Verbindung von Sprache, geschichtlichem Wissen, Musik und Tanz wäre ein aktives Lernen und Erfahren von Sprache, Geografie und Kultur sowie ein erweitertes Verständnis für andere Kulturen möglich. Dies würde die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fördern. „BNE befähigt Menschen zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln. […] Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen in meiner Kommune oder anderen Erdteilen? […] Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht? BNE ermöglicht allen Menschen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.“[1]

Um die Auswirkungen das Denkens, Handelns und seiner Entscheidungen in Bezug auf andere Länder einschätzen zu können, müssen die Schüler zunächst einmal lernen und erfahren, wie sich das Leben in anderen Kulturen gestaltet. Genau hier würde dieser kulturelle Baustein in Klasse 10 ansetzten.

2. Beispiel

Eine weitere Vision, die an die Frage Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht? anknüpft, wäre ein fächerübergreifendes Projekt (innerhalb einer Projektwoche oder verteilt über das ganze Schuljahr) zum Thema Krieg (II. Weltkrieg, Guerra Sucia/ Dirty War, Ukrainekrieg…). Hier könnten Zeitzeugen gehört, Stadtarchive (z.B. Stuttgart/ Heidelberg) und Museen mit einbezogen werden, was natürlich einen erheblichen Kostenfaktor darstellen würde, da die Schüler nicht direkt in Sulz die Möglichkeit haben, gewisse Institutionen zu besuchen und die Zeitzeugen ggf. anreisen, untergebracht und verpflegt werden müssten. Als Abschluss könnte eine kleine Präsentation zum Thema „Krieg und Frieden“ entstehen, welche in der Schule ausgestellt und an einem Abend oder am Schulfest auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. 

Dazu findet ein Workshop für alle 10. Klassen mit Unterstützung der Berghof Foundation Tübingen statt.

3. Beispiel

Die dritte Vision basiert auf einem bereits vorhandenen Angebot unserer Schule: Es geht um den Auf- und Ausbau des Schulorchesters, welches derzeit noch unter der Leitung von Studierenden der Musikhochschule Trossingen steht. Diese belegen alle das Fach „Orchesterleitung“ bei Eckardt Manke. Wünschenswert wäre es, wenn die Studierenden in Zukunft auch von Schülern unserer Schule unterstützt werden könnten, z.B. wenn es um die Gestaltung von Registerproben geht. Als Idee stünde hier im Raum, interessierte Schüler zu Musikmentoren ausbilden und von den Studierenden zusätzlich coachen zu lassen. Hätten wir zwei bis drei Schüler in der Musikmentorenrolle, wäre es auch möglich, das eigene Schulorchester in den Musikunterricht einzubinden, indem u.a. im Rahmen der Instrumentenkunde/ Orchesterformationen ein kleines Konzert stattfindet, welches unabhängig von der Anwesenheit der Studiereden wäre. Langfristig könnte es sogar gelingen, dass die Studierenden nur noch die Coaching-Rolle einnehmen müssen und das Orchester komplett von Schülern geleitet wird.

Ergänzend hierzu wäre natürlich auch eine Kooperation mit einem staatlichen Orchester oder dem Hochschulorchester der Musikhochschule Trossingen denkbar. 

4. Beispiel

Im Schuljahr soll ein „Filmmusikorchester“ aufgebaut werden, welches ab Klasse 5 besucht werden darf. Es soll offen für alle Instrumente sein. In Kooperation mit dem Landespolizeiorchester (LPO) unter der Leitung von Hon. Prof. Stefan Richard Halder soll ein Begegnungskonzert stattfinden, welches dazu dient, den Schülern/ Schülerinnen einen Einblick in die Welt eines Berufsmusikers zu geben, die Instrumente eines Orchesters kennenzulernen und auch einmal in einem Profiorchester mitwirken zu können. Vorab werden die Musiker des Schulorchesters eine Probe des LPOs in Böblingen besuchen.

Zudem wird ein Ensemble des LPOs zusammen mit dem Dirigenten in den Musikunterricht der Unterstufe eingeladen, um anhand kleiner Musikstücke die Besonderheiten einzelner Instrumente hörbar zu machen und zu erklären. Schüler aus der Mittelstufe, die sich im Unterricht mit dem Thema „Aufführungspraxis und Konzerte“ beschäftigen, werden durch das Programm des Begegnungskonzertes führen. An dieser Stelle wäre es denkbar, dass die Organisatorin des LPOs die Klassen vorab besucht und darlegt, was alles im Vorfeld geregelt werden muss, bevor ein Konzert überhaupt stattfinden kann.

5. Beispiel

Nicht nur die Sprachen eignen sich für kulturell-ästhetischen Unterricht. An dieser Stelle soll eine Verknüpfung von NwT und Musik aufgezeigt werden, die es sich umzusetzen lohnt. Im NwT-Unterricht befassen sich die Schüler/-innen u.a. mit dem Thema „Akustik“, welches auch im Fach Musik eine Rolle spielt. Als übergreifendes Modul soll der Baustein „Gitarrenbau“ integriert werden. Hier werden sich die Schüler/-innen zunächst eingehend mit der Theorie der Akustik (Was ist ein Klangkörper? Wie entsteht Klang?) beschäftigen. Auf diesen Erkenntnissen basierend entwerfen sie ihre eigenen Gitarren und dürfen diese schlussendlich auch bauen. Auf den selbstgebauten Gitarren soll am Ende des Schuljahres im Rahmen des Sommersfestes musiziert werden.

6. Beispiel

Konzerte und Opernbesuche mit Schülern der Klassen 8-11 stehen bereits seit Jahren im Schulcurriculum Musik des Albeck Gymnasiums Sulz. Die Schüler werden im Rahmen des regulären Musikunterrichts auf einen Konzert- oder Opernbesuch intensiv vorbereitet. In Kooperation mit Opernpädagogen der Staatsoper Stuttgart werden opernpädagogische Bildungsangebote durchgeführt. Analog dazu finden seit Jahren regelmäßig Workshops der Musikvermittlerin Frau Jasmin Bach (SWR 2) statt, die unsere Schüler auf einen Konzertbesuch in der Stuttgarter Liederhalle vorbereitet.

3. Ziele

  • Vernetzung innerhalb der Schule für fächerübergreifenden Unterricht, damit kulturelle Bildung ganzheitlich stattfinden kann.
  • Aufnahme verbindlicher kulturell-ästhetischer Bausteine in die verschiedenen Fachcurricula in allen Klassenstufen
  • Netzwerk Kulturschaffender/ Institutionen ausbauen und für kulturell-ästhetische Arbeit an der Schule gewinnen. Beispiele wären hierfür: Jugendmusikschulen, jes Stuttgart, Stefan Halder (Chefdirgent LPO Böblingen), Julia Guhl und Ensembles, PH Karlsruhe/ Prof. Ducci (Chemiedidaktik, Chemie und Kunst), Architekten aus der Umgebung für NwT-Projekte (Thema: Konstruktion und Architektur)
  • Schaffen von Kunsträumen (Offene Bühne, Kreativwerkstatt, Kulturbühne, Kunstpausen,…)
  • Intensivierung der Kooperationen mit den bildenden Künstlern/ Künstlerinnen und Museen der Region.

4. Maßnahmen

  • Im Rahmen eines pädagogischen Tages Möglichkeiten für fächerübergreifenden Unterricht ausarbeiten; ggf. Stufenteams bilden, die sich schwerpunktmäßig um die Erarbeitung eines kulturell-ästhetischen Curriculums für eine Stufe kümmern,
  • Brainstorming mit Kulturteam oder am pädagogischen Tag zu möglichen externen Partnern, Ranking dieser Partner, Kontakte knüpfen bzw. vorhandene Kontakte ausbauen, Vereinbarungen und Verträge schließen, mit Kulturschaffenden/ Institutionen Projekte/ Unterrichtsinhalte konzipieren, ausprobieren, überarbeiten.
  • Zeit und Raum zur Verfügung stellen, in der/dem sich Schüler zusammen mit Kulturschaffenden frei entfalten und ohne Leistungsdruck ausprobieren können, ggf. ihre Kunstwerke (Bilder, Gedichte, …) ausstellen können.
  • Mind. 1-2 Kulturteamsitzungen pro Halbjahr, um Verfolgung der Ziele/ Maßnahmen zu besprechen und diese ggf. in die richtige Richtung zu lenken

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