Berlinfahrt

Zurück

09.02.2026

Dienstag, der 11.11.2025. Früher als sonst klingeln die Wecker der Schüler des Politik Leistungskurses von Herrn Dr. Christ. Schnell nach Böblingen, Endstation Berlin. Spätestens als der Zug am frühen Nachmittag am Hauptbahnhof ankommt, verschwindet der letzte Rest der Müdigkeit und weicht einer Mischung aus Nervosität, Erwartung und Vorfreude. Nach einer kurzen Zusammenkunft im Hotel kann es auch direkt losgehen. Am selben Tag noch laufen wir gemeinsam durch die in das Licht der untergehenden Sonne getauchten Straßen Berlins. Am Brandenburger Tor angekommen, ist es bereits dunkel; so lohnt sich der Anblick des von goldenen Scheinwerfern beleuchteten Monuments besonders. Schnell noch ein Gruppenfoto und weiter geht’s. Essen gehen, den Abend genießen, ehe das Hostel mit einer Mütze Schlaf lockt.
„Ist das Kunst oder kann das weg?“ Dieses Bonmot können wir nach dem Besuch der Neuen Nationalgalerie besser nachvollziehen. Im Kopf geblieben sind insbesondere Werke wie die Video-Aktionskunst „Zerreißprobe“ – Faszination des Grauens, eine neue Perspektive auf Kunst und Kultur. Durch seine große Bandbreite bietet das Museum spannende Einblicke wie die Nagelbilder Ueckers, Christos VW Käfer oder photorealistische Gemälde im Großformat.
Ähnlich verhält es sich mit dem Kunstgewerbemuseum, wo besonders für die kunsthistorisch Interessierten neue Horizonte erschlossen werden könnten.
Ein, zwei Stufen vom kulturellen Sockel herabgestiegen, wird’s gleich bodennäher und griffiger: Noch ewig werden wir uns an das Berliner Spionagemuseum mit seinem interaktiven Hindernisparcours erinnern. Die ehemals geteilte Stadt bietet mindestens 007 Anknüpfungspunkte für das Thema Spionage. Schnell ein kurzes Video für unseren Leistungskurs drehen – ein absolutes Meisterwerk. Die starke historische Aufladung war natürlich auch im Jüdischen Museum spür- und erlebbar, nicht zuletzt durch das von Daniel Libeskind konzipierte Zickzack-Gebäude selbst mit seinen „Voids“ genannten kalten Leerräumen. In wohl keinem anderen Museum mischen sich deutsch-jüdische Geschichte und Kultur derart eindrücklich.
Bei einem Politik-LK darf der Besuch einer Bundestagsdebatte nicht fehlen. Die lehrreiche Erfahrung wurde durch das ästhetische Erlebnis eines Kuppelbesuchs mit Blick auf die mittlerweile nächtlich erleuchtete Weltmetropole angereichert. Abschließend noch das wohl wichtigste Erlebnis: Nichts hat uns als Kurs so sehr zusammengeschweißt wie das gemeinsame Essen im Kien Du. Hervorragendes Essen, gethailte Thaigtaschen, angenehmes Ambiente, geniale Stimmung. Eindeutig mehr als ein gemeinsames Abendessen: Ein Symbol für einen Zusammenhalt, der bis nach dem Abitur bestehen wird. Und vielleicht ist bis dahin auch klar, wie man innerhalb von zwei Minuten in einem leeren Zimmer einen Schuh verlieren kann...
Wir, der Politik LK, bedanken uns bei der Schulleitung, die die fünftägige Reise möglich gemacht hat. Besonderer Dank gebührt auch Herrn Dr. Christ, ohne den diese Reise niemals stattgefunden hätte.
Der Politik LK (Abitur 2026)